Zum Ratgeber «Aufwachsen im digitalen Zeitalter»
Didaktischer Kommentar: «Aufwachsen im digitalen Zeitalter» im Unterricht
Zehn Kapitel, je ein Bildimpuls, eine Buchstelle und ein begründetes Lernergebnis.
Für jedes Kapitel finden Sie eine vorbereitete 90-Minuten-Sequenz: Material, Bildfrage, Buchseiten, fiktiver Fall, erwartetes Kapitelprodukt und der nächste Lehrschritt nach der kurzen Lernkontrolle.
- Stufe
- Zyklus 2 und 3
- Standardformat
- 90 Minuten je Kapitel
- Ergebnis
- ein Eintrag im Lernjournal
© 2026 Lukas Jud. PDF und Lernjournal dürfen für den eigenen Unterricht ausgedruckt, bearbeitet und innerhalb der eigenen Klasse verwendet werden. Jede weitere Veröffentlichung, Weitergabe oder kommerzielle Nutzung ist nur mit schriftlicher Zustimmung erlaubt.

Ein Kapitelbild, eine Buchstelle, ein neuer Fall
Der Ratgeber spricht Eltern und Lehrpersonen an, ist aber kein fertiges Lehrmittel. Dieser Kommentar macht aus jedem Kapitel eine Unterrichtssequenz: Die Klasse betrachtet zuerst das Bild, prüft ihre Vermutungen an einer Buchstelle und wendet die gewonnenen Kriterien auf einen erfundenen Fall an.
Zeigen Sie das Bild zunächst ohne Kapitelüberschrift. Sammeln Sie, was tatsächlich zu sehen ist. Erst danach folgen Deutungen, jeweils mit einem Bilddetail als Beleg. Die offenen Fragen bestimmen, welche Seiten des Ratgebers gelesen werden. So wird aus «Vorwissen abholen» ein Tafelbild, auf das die Klasse am Ende zurückkommt.
Die Fragen aus «Zum Nachdenken» werden nicht als private Bekenntnisfragen gestellt. Stattdessen bearbeiten die Lernenden fiktive Tagespläne, Spielprofile, Chats, App-Anfragen und Unterrichtsszenarien. So bleibt die fachliche Aufgabe prüfbar, ohne persönliche Bildschirmzeiten, Familienregeln oder Belastungen offenzulegen.
Mit Buch und Lernjournal arbeiten
- idealerweise ein Exemplar pro Zweiergruppe bereitlegen
- angegebene Passagen lesen und Schlüsselstellen markieren
- für jede Person das editierbare Lernjournal ausgeben
Privates bleibt privat
- mit erfundenen Fällen statt privaten Konten arbeiten
- keine Bildschirmzeiten oder Familienregeln einsammeln
- fachliches Denken beurteilen, nicht persönliches Verhalten
Drei Einsatzformen
45 Minuten, 90 Minuten oder eine Unterrichtsreihe
Entscheiden Sie vor der Vorbereitung, welcher Umfang zum Anlass passt. Leitfrage und konkretes Endprodukt bleiben in allen drei Formen erhalten.
45 Minuten
Kurzsequenz: Bild und Buchstelle
Kapitelbild, eine ausgewählte Buchseite und ein schriftlicher Schlusssatz im Lernjournal. Diese Form passt zu Klassenrat, Lebenskunde oder einem aktuellen Anlass.
90 Minuten
Ein Kapitel vollständig
Alle sechs Lernschritte mit vorbereitetem Fall, Kapitelprodukt und einer 3-Minuten-Prüfung, aus der die nächste Lehrhandlung folgt.
4 bis 10 Doppellektionen
Unterrichtsreihe mit Lernjournal
Kombinieren Sie passende Kapitel. Pro Doppellektion entsteht ein Eintrag im Lernjournal; am Schluss beurteilen die Lernenden einen neuen Fall selbständig.
Wiederkehrender Lernzyklus
Sechs feste Schritte pro Kapitel
Die Leitfrage bleibt an der Wandtafel. Am Ende wird die erste Antwort nicht bloss besprochen, sondern gestrichen, ergänzt oder präzisiert.
- 01
Sehen
Kapitelbild projizieren
Zeigen Sie zunächst nur das Bild. Eine Minute lang wird beschrieben: Personen, Gegenstände, Blickrichtungen, Abstände. Gefühle und Absichten gehören noch nicht in diese Spalte.
- 02
Vermuten
Erste Lesarten festhalten
Lassen Sie jede Vermutung mit «Ich vermute ..., weil ich ... sehe» beginnen. Unbelegte Zuschreibungen bleiben als offene Frage an der Wandtafel stehen.
- 03
Im Buch prüfen
Ratgeberpassage mit Seitenangabe lesen
Die Klasse sucht auf den angegebenen Seiten genau die Information, die eine offene Bildfrage klärt. Seitenzahl und Aussage werden zusammen notiert.
- 04
Fall abwägen
Einen Fall beurteilen
Ein vorbereiteter Fall zwingt zum Vergleich: Was spricht dafür, was dagegen, wer ist betroffen und welche Information fehlt noch?
- 05
Ergebnis erstellen
Ein Kapitelprodukt herstellen
Es entsteht ein konkretes Produkt: Kriterienblatt, Hilfekarte, Prüfprotokoll, Vereinbarung oder Empfehlung. Ein Gegenbeispiel prüft, ob es wirklich trägt.
- 06
Rückblick
Die erste Antwort überarbeiten
Die Lernenden markieren, was sie beibehalten, streichen oder ergänzen. Entscheidend ist der Satz: «Verändert hat meine Antwort ...»
Beschreiben, ohne Absicht, Gefühl oder Wirkung zu behaupten.
Jede Interpretation mit einem sichtbaren Detail stützen.
Offene Fragen werden zum Auftrag für Textarbeit und Recherche.
Medien verstehen, verantwortlich handeln und Systeme durchschauen
Der Schwerpunkt liegt im Kompetenzbereich Medien: Lebensräume verstehen, Medienbeiträge entschlüsseln, Beiträge gestalten sowie digital kommunizieren und kooperieren. Datenflüsse, Algorithmen und sichere Verarbeitung öffnen zusätzlich Anschlüsse an Informatik. Die konkrete Kompetenzstufe richtet sich nach Klasse, Vorwissen und lokalem Jahresplan.
Mediale Lebensräume, Regeln, Werte, Chancen und Risiken
Medienbeiträge entschlüsseln, reflektieren und nutzen
Verantwortlich gestalten, kommunizieren und kooperieren
Daten, Verfahren und sichere Informationsverarbeitung
Zehn ausgearbeitete Kapitelkommentare
Jede Planung nennt Buchseiten, Material, mögliche erste Lesarten, sechs Arbeitsschritte, erwartete Ergebnisse und eine Reaktion der Lehrperson. Die Zeitangaben sind Richtwerte.
- 01Kinder und Medien heuteRatgeber S. 11-20
- 02Bildschirmzeit und digitale BalanceRatgeber S. 21-29
- 03Social Media verstehen und begleitenRatgeber S. 30-39
- 04Gaming und digitale SpielweltenRatgeber S. 40-48
- 05Cybermobbing und digitale KonflikteRatgeber S. 49-58
- 06Datenschutz und PrivatsphäreRatgeber S. 59-69
- 07Künstliche Intelligenz im AlltagRatgeber S. 70-79
- 08Medien und GesundheitRatgeber S. 80-89
- 09Medienerziehung in der FamilieRatgeber S. 90-100
- 10Schule und digitale MedienRatgeber S. 101-111
Kinder und Medien heute
Medienalltag beschreiben, ohne vorschnell zu werten

Woran erkennen wir, was eine Medienhandlung für eine Person gerade bedeutet?
Fachlicher Klärpunkt
Das Kapitel führt Nutzungszahlen, Entwicklungsaufgaben und verschiedene Formen des Medienhandelns zusammen. Der fachliche Klärpunkt lautet deshalb nicht «Wie viel ist gut?», sondern zunächst: Was tut eine Person, wozu, mit wem und in welcher Situation? Erst diese Angaben erlauben ein Urteil.
Vom Elternbuch zur Klassenfrage
Im Buch: «Welche Medien nutze ich selbst täglich, und wie fühle ich mich dabei?» (S. 19). In der Klasse: «Welche Angaben brauchen wir, um eine Medienhandlung zu verstehen, ohne die Person vorschnell zu beurteilen?»
Mögliche erste Lesarten
Diese Sätze können bei der Bildbetrachtung auftauchen. Nutzen Sie sie, um Beobachtung und Deutung zu trennen; geben Sie sie nicht als Musterlösung aus.
- «Alle vier sind mit ihren Geräten beschäftigt.» Im Bild sind nur bei drei Personen Geräte erkennbar.
- «Der Junge mit Kopfhörern ist ausgeschlossen.» Das ist möglich, aber weder Blickrichtung noch Kopfhörer beweisen Ausschluss.
- «So sieht zu viel Bildschirmzeit aus.» Eine Dauer ist im Bild überhaupt nicht sichtbar.
Am Ende können die Schülerinnen und Schüler
- an mindestens drei Bilddetails Beobachtung, Vermutung und Bewertung auseinanderhalten;
- dieselbe Medienhandlung mehreren möglichen Zwecken zuordnen und die Zuordnung begründen;
- eine Aussage zum Medienalltag mit Seitenangabe belegen und ihre Aussagegrenze nennen.
Vor der Lektion bereitstellen
- Kapitelbild S. 11 ohne Titel projiziert
- Ratgeber S. 12-16 in arbeitsteiliger Auswahl
- Fünf Zweckkarten: informieren, gestalten, spielen, lernen, kommunizieren
- Optional: aktuelle JAMES-Grafik mit Quellen- und Erhebungsangabe
M1 · Zwei Gerätehandlungen
Fall A: Noor schneidet 35 Minuten lang mit zwei Mitschülerinnen am Tablet ein Erklärvideo. Fall B: Liv schaut 35 Minuten lang allein Kurzvideos; danach kann sie sich an keinen Inhalt genau erinnern.
Auftrag an die Klasse
Beantwortet für beide Fälle: Was geschieht? Wozu? Mit wem? Was wird dadurch möglich oder verdrängt? Nennt anschliessend eine Information, die für ein Urteil noch fehlt.
Hinweis für die Lehrperson
Erwartet wird kein Gut-Schlecht-Urteil. Bei A sind gestalten, lernen und kommunizieren plausibel; bei B Unterhaltung. Bei beiden fehlen unter anderem Zeitpunkt, freiwillige Absicht und Einbettung in den Tagesablauf.
90 Minuten bis zum Kapitelprodukt
90 Minuten
- 01
Sehen
8 Min.Projizieren Sie S. 11 ohne Titel. Sammeln Sie links nur Sichtbares. Wechseln Sie erst nach etwa zehn Einträgen zur Spalte «Ich vermute, weil ...». Verschieben Sie Gefühle und Absichten konsequent in die zweite Spalte.
Das liegt danach vorEin Tafelbild, auf dem etwa «Kopfhörer» links und «will allein sein» rechts steht - 02
Vermuten
10 Min.Legen Sie fünf Karten aus: informieren, gestalten, spielen, lernen, kommunizieren. Geben Sie kurze Fälle vor, etwa «Nora schneidet mit zwei Freundinnen ein Erklärvideo». Mehrfachzuordnungen sind erlaubt, wenn die Gruppe den Zweck am Fall zeigt.
Das liegt danach vorZu «Erklärvideo» stehen mindestens gestalten, lernen und kommunizieren mit je einem Grund - 03
Im Buch prüfen
18 Min.Verteilen Sie S. 12-16. Jede Gruppe notiert genau drei Dinge: einen berichteten Befund, seine mögliche Bedeutung und etwas, das daraus nicht folgt. Die Seitenzahl gehört hinter jeden Satz.
Das liegt danach vorZum Beispiel: Nutzungszahl, vorsichtige Deutung und der Zusatz «sagt nichts über Inhalt oder Zweck» - 04
Fall abwägen
18 Min.Vergleichen Sie zwei Karten: 70 Minuten gemeinsamer Filmschnitt und 20 Minuten verletzende Gruppennachrichten vor dem Schlafen. Fragen Sie nicht «Was ist besser?», sondern «Welche Angabe verändert euer Urteil und warum?»
Das liegt danach vorEine Liste mit Inhalt, Zweck, Zeitpunkt, beteiligten Personen und möglicher Verdrängung - 05
Ergebnis erstellen
26 Min.Die Gruppen formulieren vier Prüffragen für einen unbekannten Fall: Was geschieht? Wozu? Mit wem? Was wird möglich oder verdrängt? Lassen Sie jede Frage an einer Gegenkarte testen und unklare Fragen überarbeiten.
Das liegt danach vorVier Fragen und eine vollständig kommentierte Fallkarte - 06
Rückblick
10 Min.Blenden Sie das Kapitelbild erneut ein. Die Lernenden ergänzen: «Am Anfang dachte ich ... Jetzt kann ich nur sicher sagen ... Für ein Urteil fehlt ...»
Das liegt danach vorDrei Sätze, die Bildbefund, revidierte Deutung und offene Information trennen
3-Minuten-Prüfung
«Eine Statistik meldet drei Stunden Smartphone-Nutzung. Schreibt einen Satz, den die Zahl erlaubt, und einen Satz, den sie nicht erlaubt.»
Nächster Lehrschritt nach den Antworten
Hören Sie auf Wörter wie «alle», «immer» oder «süchtig». Wer aus der Dauer direkt eine Wirkung ableitet, vergleicht nochmals die beiden Kontrastfälle. Wer Befund und Grenze sauber trennt, prüft zusätzlich Population und Erhebungsjahr der JAMES-Grafik.
Hilfen und Vertiefung
- Zweckkarten mit Symbol und Beispielsatz bereitstellen.
- Ratgeberabschnitte nach Textmenge verteilen, aber alle Gruppen suchen Befund, Bedeutung und Grenze.
- Vertiefung: Eine JAMES-Grafik darauf prüfen, was sie zeigt und was nicht.
Neuer Fall
Ein unbekanntes Bild aus einem anderen Medienalltag mit dem «Medienalltag-Lesegerät» analysieren. Erst danach eine Empfehlung formulieren.
Im Lernjournal festhalten
Medienlandkarte mit einer belegten Aussage und einer sichtbaren Grenze
Keine persönlichen Nutzungszeiten einsammeln oder vergleichen. Beispiele können erfunden, anonym oder aus dem Ratgeber übernommen werden.
Bildschirmzeit und digitale Balance
Nicht nur Minuten zählen, sondern Verdrängung und Qualität prüfen

Wann ist Bildschirmzeit Teil eines ausgewogenen Tages, und wann verdrängt sie etwas Wichtiges?
Fachlicher Klärpunkt
S. 22-26 widersprechen einer reinen Stundenlogik: Eine Dauer erhält ihre Bedeutung erst durch Inhalt, Zweck, Zeitpunkt und das, was dafür ausfällt. Die beiden Tagespläne sind deshalb absichtlich gleich lang und unterschiedlich zu beurteilen.
Vom Elternbuch zur Klassenfrage
Im Buch: «Gibt es Momente in unserer Familie, in denen Bildschirme Gespräche ersetzen statt ergänzen?» (S. 28). In der Klasse: «Welche Nutzung ergänzt einen Tagesablauf, welche verdrängt Schlaf, Bewegung, Aufgaben oder ein Gespräch?»
Mögliche erste Lesarten
Diese Sätze können bei der Bildbetrachtung auftauchen. Nutzen Sie sie, um Beobachtung und Deutung zu trennen; geben Sie sie nicht als Musterlösung aus.
- «Beide ignorieren einander.» Möglich, aber vielleicht zeigen sie sich gerade gegenseitig etwas.
- «Das Kind macht es den Erwachsenen nach.» Eine Vorbildwirkung ist fachlich relevant, aus diesem Einzelbild aber nicht bewiesen.
- «Handys gehören auf dem Sofa verboten.» Das ist bereits eine Regel, bevor Zweck und Situation geklärt sind.
Am Ende können die Schülerinnen und Schüler
- zwei gleich lange Medienzeiten anhand von Inhalt, Zweck, Zeitpunkt und Verdrängung verschieden beurteilen;
- an einem Tagesplan genau benennen, was eine Nutzung ersetzt oder unterbricht;
- eine Regel mit Zweck, Geltungsbereich, Ausnahme und Überprüfungsdatum formulieren.
Vor der Lektion bereitstellen
- Kapitelbild S. 21
- Ratgeber S. 22-26
- Zwei fiktive Tagespläne mit identischer Bildschirmdauer, aber unterschiedlicher Nutzung
- Kriterienblatt Inhalt, Zweck, Zeitpunkt, Verdrängung
M1 · Zwei Tagespläne mit je 120 Minuten
Plan A: 16.00-17.20 Uhr gemeinsamer Filmschnitt für die Schule; 18.30-19.10 Uhr Videotelefonat mit der Grossmutter. Plan B: 16.00-16.40 Uhr Kurzvideos; 21.50-23.10 Uhr Gruppennachrichten und Clips, obwohl um 22.00 Uhr Schlafenszeit wäre.
Auftrag an die Klasse
Markiert Inhalt, Zweck, Zeitpunkt und Verdrängung in vier Farben. Schreibt danach ein Vergleichsurteil, in dem alle vier Kriterien vorkommen.
Hinweis für die Lehrperson
Die gleiche Gesamtdauer führt nicht zum gleichen Urteil. In Plan B sind vor allem Schlaf und Erholung betroffen; Plan A enthält Kooperation und Beziehungspflege. Auch Plan A ist nicht automatisch unproblematisch, wenn etwa Bewegung oder andere Aufgaben ausfallen.
90 Minuten bis zum Kapitelprodukt
90 Minuten
- 01
Sehen
8 Min.Zeigen Sie S. 21. Notieren Sie «beide sitzen», «zwei Smartphones», «Blick nach unten». Fragen Sie danach: «Welche zwei gegensätzlichen Geschichten passen zu genau diesem Bild?»
Das liegt danach vorZum Beispiel «sie ignorieren sich» und «sie lösen gemeinsam etwas» mit demselben Bildbeleg - 02
Vermuten
10 Min.Lassen Sie anonym über den Satz «Zwei Stunden Bildschirm sind immer belastender als eine Stunde» abstimmen. Sammeln Sie die Gründe, ohne bereits aufzulösen.
Das liegt danach vorEin Foto oder Abschrift der Ausgangsabstimmung mit zwei gegensätzlichen Begründungen - 03
Im Buch prüfen
18 Min.Die Lernenden suchen auf S. 22-26 Textstellen zu Inhalt, Zweck, Zeitpunkt und Verdrängung. Zu jedem Kriterium ergänzen sie ein konkretes Beispiel und die Seitenzahl.
Das liegt danach vorVier ausgefüllte Felder; «Verdrängung» ist an mindestens einem Tagesbestandteil erklärt - 04
Fall abwägen
20 Min.Geben Sie zwei fiktive Tagespläne mit je 120 Minuten Bildschirmzeit aus. Plan A enthält Filmschnitt am Nachmittag, Plan B Kurzvideos bis nach Mitternacht. Die Gruppen unterstreichen in vier Farben und schreiben dann ihr Urteil.
Das liegt danach vorEin Vergleich, der nicht mit der identischen Minutenzahl endet, sondern die vier Farben nutzt - 05
Ergebnis erstellen
24 Min.Formulieren Sie den Auftrag: «Schreibt für den fiktiven Haushalt eine Regel, die das konkrete Problem löst.» Eine Partnergruppe markiert Zweck, Zeitpunkt, Ausnahme und Überprüfung; Fehlendes wird ergänzt.
Das liegt danach vorErste und überarbeitete Regel mit sichtbaren Prüfanmerkungen - 06
Rückblick
10 Min.Stimmen Sie über den Anfangssatz erneut ab. Jede Person nennt auf dem Exit-Zettel das Kriterium, das ihre Position bestätigt oder verändert hat.
Das liegt danach vorZweite Abstimmung und ein begründeter Exit-Satz pro Person
3-Minuten-Prüfung
«Noah schaut 25 Minuten ein Tutorial und kommt deshalb 40 Minuten später ins Bett. Elin schneidet 80 Minuten am Nachmittag einen Klassenfilm. Beurteilt beide Fälle in je zwei Sätzen.»
Nächster Lehrschritt nach den Antworten
Wenn die Mehrheit Noah allein wegen der kürzeren Dauer günstiger beurteilt, modellieren Sie «Verdrängung» nochmals am Schlaf. Wenn beide Urteile mehrere Kriterien enthalten, lassen Sie die Regel aus Sicht des Kindes und einer erziehungsverantwortlichen Person prüfen.
Hilfen und Vertiefung
- Tagespläne als Bildstreifen statt Fliesstext anbieten.
- Satzrahmen: «Die Dauer allein reicht nicht, weil ...»
- Vertiefung: Eine Regel auf unbeabsichtigte Nebenwirkungen und begründete Ausnahmen prüfen.
Neuer Fall
Einen neuen Fall beurteilen, in dem eine kurze Nutzung Schlaf stört, während eine längere Nutzung ein gemeinsames kreatives Projekt ermöglicht.
Im Lernjournal festhalten
Vier-Kriterien-Prüfung eines fiktiven Tagesplans
Keine Screenshots persönlicher Bildschirmzeit verlangen. Das Lernprodukt beurteilt die Qualität der Begründung, nicht das Privatverhalten.
Gaming und digitale Spielwelten
Spielerlebnisse nach Inhalt, Sozialform und Geschäftsmodell beurteilen

Welche Informationen brauchen wir, bevor wir ein digitales Spiel pädagogisch beurteilen?
Fachlicher Klärpunkt
S. 41-46 nennt Bedürfnisse, mögliche Lerngelegenheiten, Geschäftsmodelle und Warnsignale. Damit weder Begeisterung noch Sorge das Urteil ersetzen, wird jedes Spielprofil mit denselben fünf Angaben gelesen: Inhalt, Spielhandlung, Sozialform, Kosten und Schutz.
Vom Elternbuch zur Klassenfrage
Im Buch: «Gibt es Kompetenzen, die mein Kind beim Spielen entwickelt, die ich bisher nicht als solche wahrgenommen habe?» (S. 47). In der Klasse: «Welche konkrete Spielhandlung kann etwas fördern, und welche Schutzfrage bleibt trotzdem offen?»
Mögliche erste Lesarten
Diese Sätze können bei der Bildbetrachtung auftauchen. Nutzen Sie sie, um Beobachtung und Deutung zu trennen; geben Sie sie nicht als Musterlösung aus.
- «Das Kind ist völlig vertieft.» Konzentration ist sichtbar; ob sie als angenehm, anstrengend oder zwanghaft erlebt wird, nicht.
- «Beim Gaming lernt man Reaktion.» Das kann eine konkrete Spielhandlung beschreiben, sagt aber noch nichts über einen Transfer ausserhalb des Spiels.
- «Das Spiel ist für Kinder.» Die gezeichnete Ästhetik ersetzt keine Alters- und Inhaltsinformation.
Am Ende können die Schülerinnen und Schüler
- ein Spielprofil mit Inhalt, Handlung, Sozialform, Kaufmodell und Schutzangaben vollständig beschreiben;
- eine mögliche Lerngelegenheit an einer beobachtbaren Spielhandlung erläutern, ohne Transfer zu behaupten;
- zu einem Kosten-, Kontakt- oder Inhaltsrisiko eine passende Schutzmassnahme wählen.
Vor der Lektion bereitstellen
- Kapitelbild S. 40
- Ratgeber S. 41-46
- Drei fiktive Spielprofile mit PEGI-Angabe, Mechanik, Onlinekontakt und Kaufmodell
- Prüfraster Inhalt, Handlung, Sozialform, Kosten, Schutz
M1 · Drei Spielprofile
A: kooperatives Bauspiel, PEGI 7, offener Sprachchat, keine Käufe. B: kostenloses Sammelspiel, PEGI 3, tägliche Belohnungen und zufällige Kaufpakete. C: narratives Einzelspiel, PEGI 12 mit Angst-Inhaltsdeskriptor, keine Onlinekontakte und keine Käufe.
Auftrag an die Klasse
Notiert zu jedem Profil eine mögliche Chance, ein konkretes Risiko, eine fehlende Information und eine passende Massnahme. Entscheidet erst danach: nutzen, begleitet testen oder vorerst nicht nutzen.
Hinweis für die Lehrperson
A verlangt Schutz beim offenen Chat, B eine Prüfung der Kaufmechanik, C eine inhaltliche Einschätzung. PEGI 3 macht das Geschäftsmodell nicht pädagogisch unbedenklich; PEGI 12 macht C nicht pauschal ungeeignet.
90 Minuten bis zum Kapitelprodukt
90 Minuten
- 01
Sehen
8 Min.Sammeln Sie zu S. 40 zunächst Gerätschaften und sichtbare Handlungen. Fragen Sie anschliessend: «Welche fünf Angaben müsstet ihr auf der Verpackung, im Spiel oder im Gespräch nachschauen?»
Das liegt danach vorZwei Spalten; rechts stehen mindestens Alters-/Inhaltsangabe, Onlinekontakt, Käufe, Dauer und Sozialform - 02
Vermuten
10 Min.Geben Sie Aussagen aus: «plant mehrere Züge voraus», «Gaming macht aggressiv», «spricht im Team ab». Die Gruppen sortieren in beobachtbare Handlung, mögliche Wirkung und pauschale Behauptung.
Das liegt danach vorJede Karte liegt mit einer Begründung; «macht aggressiv» wird als unbelegte Pauschalaussage erkannt - 03
Im Buch prüfen
18 Min.Teilen Sie S. 41-46 auf. Die Gruppen ergänzen das Raster und übertragen die aktuelle PEGI-Angabe eines vorbereiteten Profils. Klären Sie: PEGI informiert über Alter und Inhalt, nicht über pädagogische Qualität.
Das liegt danach vorFünf ausgefüllte Kriterien und ein korrekt begrenzter PEGI-Satz - 04
Fall abwägen
20 Min.Jede Gruppe erhält eines von drei Profilen: kooperatives Bauspiel mit Chat, kostenloses Sammelspiel mit Käufen oder narratives Einzelspiel mit belastenden Szenen. Schreiben Sie vier Überschriften vor: Chance, Risiko, fehlt, Massnahme.
Das liegt danach vorVier ausgefüllte Felder, wobei Massnahme und Risiko erkennbar zusammenpassen - 05
Ergebnis erstellen
24 Min.Die Gruppen schreiben an eine fiktive Familie: «nutzen», «begleitet testen» oder «vorerst nicht nutzen». Verlangt sind zwei Kriterien, eine Bedingung und ein Datum für die erneute Prüfung.
Das liegt danach vorEine Empfehlung, die nicht bloss ein Etikett, sondern Bedingungen enthält - 06
Rückblick
10 Min.Lassen Sie jede Gruppe genau eine Information einkreisen, ohne die ihr Urteil anders ausgefallen wäre, und den Einfluss in einem Satz erklären.
Das liegt danach vorEin priorisiertes Kriterium mit Bezug zum bearbeiteten Spielprofil
3-Minuten-Prüfung
«Im Spiel verteilt Samira Aufgaben im Team und passt den Plan nach Fehlern an. Was ist als Handlung belegt? Welche Lernchance ist plausibel? Was dürft ihr daraus noch nicht folgern?»
Nächster Lehrschritt nach den Antworten
Wer nur «Teamfähigkeit» nennt, muss die beobachtbare Handlung ergänzen. Wer daraus bereits gutes Teamverhalten ausserhalb des Spiels ableitet, markiert die Transfergrenze. Sichere Gruppen ordnen zusätzlich Kauf- oder Chatrisiken einer proportionalen Massnahme zu.
Hilfen und Vertiefung
- Spielprofile als Steckbriefe mit Icons und kurzen Textblöcken anbieten.
- Wortbank für Spielhandlungen: planen, reagieren, kooperieren, gestalten, verwalten.
- Vertiefung: Lootbox-Mechanik als Zielkonflikt zwischen Spielgestaltung und Umsatz untersuchen.
Neuer Fall
Ein unbekanntes Spielprofil prüfen, das weder klar «gut» noch klar «schlecht» ist. Der Entscheid muss Bedingungen enthalten.
Im Lernjournal festhalten
Kriteriengestützte Beurteilung eines fiktiven Spielprofils
Keine Spielvorlieben von Lernenden abwerten. Eine mögliche Kompetenz im Spiel ist noch kein automatischer Lerntransfer in andere Situationen.
Cybermobbing und digitale Konflikte
Warnsignale erkennen und eine sichere Handlungskette aufbauen

Was hilft einer betroffenen Person als Erstes, und welche Schritte müssen danach folgen?
Fachlicher Klärpunkt
S. 50-57 unterscheidet Konflikt und Cybermobbing und ordnet erste Hilfeschritte. Die zentrale Lernleistung ist eine sichere Reihenfolge: ernst nehmen, zuhören, Beweise sichern, Reichweite stoppen und zuständige Erwachsene oder Fachstellen einbeziehen.
Vom Elternbuch zur Klassenfrage
Im Buch: «Würde mein Kind mir erzählen, wenn es online belästigt wird?» (S. 57). In der Klasse: «Welcher erste Satz macht Hilfe wahrscheinlicher, und welche Handlung schützt als Nächstes?»
Mögliche erste Lesarten
Diese Sätze können bei der Bildbetrachtung auftauchen. Nutzen Sie sie, um Beobachtung und Deutung zu trennen; geben Sie sie nicht als Musterlösung aus.
- «Er wird gemobbt.» Das Bild zeigt Belastung und Distanz, aber weder Wiederholung noch Machtgefälle oder digitalen Verlauf.
- «Er soll das Handy ausschalten.» Das kann kurzfristig entlasten, sichert aber keine Beweise und löst die soziale Situation nicht.
- «Man muss die andere Person sofort im Klassenchat stellen.» Öffentliche Konfrontation kann Reichweite und Belastung vergrössern.
Am Ende können die Schülerinnen und Schüler
- in einem fiktiven Verlauf Wiederholung, Reichweite, Machtgefälle und Belastung mit konkreten Stellen belegen;
- fünf Hilfeschritte in eine sichere Reihenfolge bringen und zwei Übergänge begründen;
- einen ersten Antwortsatz formulieren, der zuhört, nicht beschuldigt und keine voreilige Aktion verspricht.
Vor der Lektion bereitstellen
- Kapitelbild S. 50
- Ratgeber S. 50-57
- Fiktiver Chatverlauf ohne reale Namen und ohne drastische Inhalte
- Handlungskarten: zuhören, sichern, blockieren/melden, Vertrauensperson, Schule/Fachstelle
M1 · Erfundenes Chatprotokoll
Montag: Ein bearbeitetes Bild von Alex wird in die Klassengruppe gestellt. Drei Personen reagieren mit Lachsymbolen. Dienstag: Das Bild taucht mit neuem Text wieder auf. Mittwoch: Alex schreibt «Hört bitte auf» und verlässt die Gruppe. Eine Person sendet das Bild in einen zweiten Chat weiter.
Auftrag an die Klasse
Unterstreicht Wiederholung, Reichweite, Reaktion und mögliche Belastung. Ordnet danach: zuhören, Beweise sichern, melden/blockieren, Vertrauensperson, Schule oder Fachstelle.
Hinweis für die Lehrperson
Der erfundene Verlauf enthält deutliche Merkmale. Sinnvoll beginnt die Hilfe mit ernst nehmen und zuhören; Beweise werden vor dem Löschen gesichert. Zuständigkeiten und Schutzbedarf bestimmen die weiteren Schritte.
90 Minuten bis zum Kapitelprodukt
90 Minuten
- 01
Sehen
8 Min.Zeigen Sie S. 50 ohne Kapitelüberschrift. Sammeln Sie drei mögliche Geschichten. Schreiben Sie hinter jede: «Dafür spricht ... / Dagegen oder offen bleibt ...».
Das liegt danach vorMindestens zwei plausible Geschichten; das Wort Cybermobbing bleibt vorerst eine Hypothese - 02
Vermuten
10 Min.Geben Sie den fiktiven Satz vor: «Seit Tagen werden bearbeitete Bilder von Alex weitergeschickt.» Alle schreiben anonym den ersten Satz einer Vertrauensperson auf. Lesen Sie nur sachlich geeignete Beispiele vor.
Das liegt danach vorEine Sammlung erster Reaktionen ohne Nachfrage nach eigenen Erlebnissen - 03
Im Buch prüfen
18 Min.Auf S. 50-57 markieren die Gruppen mit drei Farben: Erkennungsmerkmale, hilfreiche Sätze, konkrete Schritte. Aus jeder Farbe entsteht eine Karte mit Seitenzahl.
Das liegt danach vorDrei Kartentypen; Aussagen zu Beweissicherung und Hilfe sind mit Seiten belegt - 04
Fall abwägen
20 Min.Geben Sie einen nummerierten, erfundenen Chatverlauf aus. Die Gruppen markieren Wiederholung, Weiterleitung und Reaktion der betroffenen Figur. Sie notieren, was gelöscht, gesichert, gemeldet oder weitergegeben werden soll und in welcher Reihenfolge.
Das liegt danach vorMarkierter Verlauf plus begründete Reihenfolge; kein reales Konto wird geöffnet - 05
Ergebnis erstellen
24 Min.Die Klasse erstellt eine Hilfekarte im Imperativ: zuhören, sichern, blockieren/melden, Vertrauensperson einbeziehen, Schule oder Fachstelle aktivieren. Ergänzen Sie vor dem Kopieren die zuständige Person der Schule und aktuell geprüfte Nummern.
Das liegt danach vorEine kopierfähige Hilfekarte mit lokaler Zuständigkeit und Datum der Prüfung - 06
Rückblick
10 Min.Die Lernenden überarbeiten ihren anonymen ersten Satz. Darunter setzen sie zwei Handlungen in Reihenfolge und begründen, weshalb eine öffentliche Konfrontation nicht an erster Stelle steht.
Das liegt danach vorÜberarbeiteter Antwortsatz plus zwei begründete Folgeschritte
3-Minuten-Prüfung
«Eine Schülerin sagt: ‹Bitte sagen Sie niemandem etwas.› Formuliert die ersten zwei Sätze der Lehrperson. Versprecht nichts, was ihr beim Schutzauftrag nicht halten könnt.»
Nächster Lehrschritt nach den Antworten
Prüfen Sie, ob die Antworten Vertrauen und Transparenz verbinden, etwa «Danke, dass du es sagst» und «Ich bespreche jeden nächsten Schritt mit dir; bei Gefahr muss ich Hilfe holen». Bei Geheimhaltungsversprechen oder Sofortbestrafung wird der Schutzweg nochmals modelliert.
Hilfen und Vertiefung
- Chatverlauf in kurze nummerierte Sequenzen teilen.
- Handlungskarten vorgeben und nur Reihenfolge plus Begründung erarbeiten lassen.
- Vertiefung: Rollen von betroffener Person, Mitlesenden, verursachender Person, Schule und Plattform unterscheiden.
Neuer Fall
Eine neue Situation beurteilen, in der ein vermeintlicher Witz wiederholt geteilt wird. Handlungsweg für betroffene und mitlesende Personen formulieren.
Im Lernjournal festhalten
Fünf-Schritte-Hilfekarte mit lokalen, von der Schule geprüften Anlaufstellen
Keine persönlichen Mobbingerfahrungen im Plenum abfragen und keine Betroffenenrolle spielen lassen. Bei aktuellen Offenlegungen gilt der schulinterne Schutz- und Interventionsweg, nicht die Unterrichtsdiskussion.
Datenschutz und Privatsphäre
Datenflüsse sichtbar machen und sparsame Entscheidungen treffen

Welche Daten braucht ein Dienst wirklich, und woran erkennen wir eine sparsame Freigabe?
Fachlicher Klärpunkt
S. 60-68 macht digitale Spuren, sensible Daten, Berechtigungen und Rechte greifbar. Für den Unterricht wird daraus ein Datenfluss: Eine Berechtigung ist nicht schon deshalb nötig, weil eine App sie anfragt; sie muss zur Kernfunktion passen.
Vom Elternbuch zur Klassenfrage
Im Buch: «Wie erkläre ich ... den Unterschied zwischen privat und öffentlich ...?» (S. 68). In der Klasse: «Welche Daten braucht eine Funktion, wer erhält sie und welche sparsamere Möglichkeit gibt es?»
Mögliche erste Lesarten
Diese Sätze können bei der Bildbetrachtung auftauchen. Nutzen Sie sie, um Beobachtung und Deutung zu trennen; geben Sie sie nicht als Musterlösung aus.
- «Das Handy hört alles mit.» Das Bild zeigt ein Mikrofonsymbol, aber keinen konkreten Datenfluss.
- «Private Daten darf niemand sehen.» Je nach Funktion werden Daten bewusst an bestimmte Empfänger übermittelt; entscheidend sind Zweck und Kontrolle.
- «Wenn ich ablehne, funktioniert die App nicht.» Das muss für jede Berechtigung getrennt geprüft werden.
Am Ende können die Schülerinnen und Schüler
- für zwei App-Funktionen Datenart, Zweck, Empfänger und offene Information in einem Pfeildiagramm ausweisen;
- eine Berechtigungsanfrage mit «nötig», «nur bei Nutzung», «ablehnen» oder «unklar» entscheiden;
- eine sparsamere Alternative nennen und eine offene Prüffrage sichtbar machen.
Vor der Lektion bereitstellen
- Kapitelbild S. 60
- Ratgeber S. 60-68
- Fiktive App-Karten mit Funktion und Berechtigungswünschen
- Datenfluss-Vorlage: Datenart, Zweck, Empfänger, Speicherdauer, Entscheidung
M1 · Drei Berechtigungsanfragen
A: Eine Karten-App fragt den Standort «beim Verwenden» an. B: Eine Taschenlampen-App verlangt Zugriff auf Kontakte. C: Ein schulischer Vokabeltrainer möchte den Standort dauerhaft nutzen, um «das Lernerlebnis zu verbessern».
Auftrag an die Klasse
Entscheidet je Anfrage: nötig, nur bei Nutzung, ablehnen oder unklar. Begründet mit der Kernfunktion und notiert eine fehlende Information.
Hinweis für die Lehrperson
A ist für Navigation funktional plausibel und zeitlich begrenzbar. B hat keinen erkennbaren Funktionsbezug. Bei C bleibt der Zweck zu unbestimmt; Standortzugriff ist für Vokabellernen nicht erkennbar erforderlich.
90 Minuten bis zum Kapitelprodukt
90 Minuten
- 01
Sehen
8 Min.Projizieren Sie S. 60. Benennen Sie jedes Symbol einzeln. Ergänzen Sie dann vier leere Spalten: Datenart, Zweck, Empfänger, Dauer. Das Bild beantwortet zunächst nur die erste.
Das liegt danach vorEin Symbolinventar und drei sichtbar noch offene Spalten - 02
Vermuten
10 Min.Lesen Sie drei Anfragen vor: Taschenlampen-App will Kontakte, Karten-App will Standort während der Nutzung, Videochat will Kamera. Die Lernenden zeigen «nötig», «nur bei Nutzung», «ablehnen» oder «unklar» und begründen mit der Funktion.
Das liegt danach vorDrei Entscheide; bei der Taschenlampe wird der fehlende Funktionsbezug benannt - 03
Im Buch prüfen
18 Min.Verteilen Sie vier Begriffe aus S. 60-68. Jede Gruppe schreibt Definition, Buchbeispiel, Seitenzahl und bei zeitgebundenen Alters- oder Einstellungsangaben den Zusatz «vor dem Einsatz prüfen».
Das liegt danach vorVier Begriffskarten; zeitgebundene Angaben tragen ein Prüfdatum - 04
Fall abwägen
20 Min.Die Gruppen zeichnen für Wetter-App und Lern-App Pfeile vom Gerät zu möglichen Empfängern. Unbekannte Empfänger oder Speicherdauern werden mit einem Fragezeichen markiert, nicht erfunden.
Das liegt danach vorZwei Datenflüsse mit Quelle der Information und sichtbaren Fragezeichen - 05
Ergebnis erstellen
24 Min.Lassen Sie zu jeder App genau einen Entscheid schreiben: Auswahl, Funktionsbezug, mögliche Folge und Alternative. Eine Partnergruppe prüft, ob die Begründung auch zu einer anderen App passen würde; wenn ja, ist sie zu allgemein.
Das liegt danach vorEin app-spezifischer Entscheid, der Datenart und Funktion nennt - 06
Rückblick
10 Min.Die Lernenden formulieren aus ihrem Fall eine Prüffrage für neue Apps, zum Beispiel: «Kann die Kernfunktion ohne diese Daten erfüllt werden?» Testen Sie sie an der Taschenlampen-App.
Das liegt danach vorEine verständliche Prüffrage mit erfolgreicher Anwendung auf einen neuen Fall
3-Minuten-Prüfung
«Ein Vokabeltrainer möchte dauerhaften Standortzugriff, um ‹das Lernerlebnis zu verbessern›. Entscheidet und nennt die eine Information, die euch für eine abschliessende Beurteilung fehlt.»
Nächster Lehrschritt nach den Antworten
Wer nur «gefährlich» oder «unnötig» schreibt, muss Standort und Vokabellernen funktional verbinden. Wer «ablehnen» begründet und die offene Datennutzung benennt, vergleicht anschliessend eine lokale oder von der Schule freigegebene Alternative.
Hilfen und Vertiefung
- Datenarten und Zwecke als farbige Karten visualisieren.
- Datenfluss zuerst gemeinsam an einer Wetter-App modellieren.
- Vertiefung: Datenschutzerklärung einer von der Schule freigegebenen Testseite nach Zweck und Kontaktstelle durchsuchen.
Neuer Fall
Ein fiktives Lernprogramm beurteilen, das neben Login und Lernstand auch Standort und Kontakte verlangt.
Im Lernjournal festhalten
Datenfluss und begründeter Berechtigungsentscheid
Keine Namen von Lernenden googeln, keine privaten Konten prüfen und keine echten Berechtigungslisten einsammeln. Veröffentlichte Angaben vor dem Einsatz bei offiziellen Stellen prüfen.
Künstliche Intelligenz im Alltag
KI-Ausgaben prüfen, statt ihnen Absicht oder Wissen zuzuschreiben

Was muss ein Mensch prüfen, bevor eine KI-Ausgabe als Grundlage für eine Entscheidung oder Aufgabe taugt?
Fachlicher Klärpunkt
S. 71-78 beschreibt generative KI als Musterverarbeitung und warnt vor plausibel klingenden Fehlern. Der Unterricht setzt deshalb nicht bei einer Live-Spielerei an, sondern bei zwei vorbereiteten Antworten: Behauptungen werden markiert, geeignete Quellen gewählt und Eigenanteile ausgewiesen.
Vom Elternbuch zur Klassenfrage
Im Buch: «Wo liegt die Grenze zwischen erlaubter Hilfe und unerlaubtem Abschreiben?» (S. 78). In der Klasse: «Welche Hilfe ist für diese Aufgabe erlaubt, was muss geprüft werden und welcher Eigenanteil muss sichtbar bleiben?»
Mögliche erste Lesarten
Diese Sätze können bei der Bildbetrachtung auftauchen. Nutzen Sie sie, um Beobachtung und Deutung zu trennen; geben Sie sie nicht als Musterlösung aus.
- «Der Chatbot weiss die Antwort.» Flüssige Sprache zeigt keine geprüfte Wissensbasis.
- «Wenn Quellen genannt sind, stimmt es.» Auch erfundene oder unpassende Quellen können überzeugend aussehen.
- «Mit KI ist die Aufgabe nicht selbst gemacht.» Ob die Hilfe zulässig ist, hängt vom Lernziel, der Vereinbarung, der Prüfung und dem sichtbaren Eigenanteil ab.
Am Ende können die Schülerinnen und Schüler
- das vereinfachte Modell Eingabe, Musterverarbeitung, Ausgabe und menschliche Prüfung korrekt beschriften;
- mindestens zwei überprüfbare Behauptungen aus einer vorbereiteten Ausgabe mit geeigneten Quellen kontrollieren;
- in einem Nutzungshinweis KI-Hilfe, eigene Prüfung und eigenen Beitrag getrennt ausweisen.
Vor der Lektion bereitstellen
- Kapitelbild S. 71
- Ratgeber S. 71-78
- Zwei vorbereitete KI-Antworten, davon eine mit plausiblen Fehlern
- Prüfroutine Auftrag, Behauptung, Quelle, Gegenprobe, Kennzeichnung
M1 · Plausibel formuliert, sachlich fehlerhaft
Vorbereitete KI-Ausgabe: «Tim Berners-Lee veröffentlichte die erste Website 1993 am MIT. Sie sollte Forschenden vor allem den Versand von E-Mails erleichtern. Die ursprüngliche Seite ist heute nicht mehr erreichbar.»
Auftrag an die Klasse
Nummeriert jede überprüfbare Behauptung. Prüft mindestens zwei davon an einer geeigneten Originalquelle und protokolliert: bestätigt, widerlegt oder offen.
Hinweis für die Lehrperson
Die Sätze vermischen wahre Namen mit falschen Angaben. Die erste Website entstand am CERN und war 1991 öffentlich; sie erklärte das World Wide Web. CERN stellt die ursprüngliche Adresse wieder bereit. Verwenden Sie für die Lektion die aktuelle CERN-Dokumentation.
90 Minuten bis zum Kapitelprodukt
90 Minuten
- 01
Sehen
8 Min.Zeigen Sie S. 71. Schreiben Sie die Vermutung «Die Antwort ist richtig» neben das Bild und fragen Sie: «Welches sichtbare Detail beweist das?» Das erwartete Ergebnis ist: keines.
Das liegt danach vorEine Liste nicht sichtbarer Grundlagen: Quelle, Aktualität, Rechenweg, Unsicherheit - 02
Vermuten
10 Min.Jede Person ergänzt anonym: «Ich würde einer KI-Antwort eher glauben, wenn ...». Sortieren Sie nach Sprachstil, Quellenhinweis, eigener Prüfung und Übereinstimmung mit Vorwissen.
Das liegt danach vorVier Kategorien; «klingt sicher» bleibt sichtbar als noch ungeprüftes Kriterium - 03
Im Buch prüfen
18 Min.Ordnen Sie mit S. 71-78 vier Karten: Eingabe, statistische Musterverarbeitung, Ausgabe, menschliche Prüfung. Streichen Sie im Begleittext Verben wie «weiss» oder «versteht» und ersetzen Sie sie fachlich.
Das liegt danach vorViergliedriges Modell und mindestens zwei präzisierte Formulierungen - 04
Fall abwägen
20 Min.Geben Sie eine vorbereitete Antwort mit drei wahren und zwei plausibel falschen Sätzen aus. Die Gruppen nummerieren jede prüfbare Behauptung und dokumentieren Quelle, Fundstelle und Ergebnis für mindestens zwei Nummern.
Das liegt danach vorEin Protokoll mit den Zuständen bestätigt, widerlegt oder offen statt einem pauschalen Haken - 05
Ergebnis erstellen
24 Min.Legen Sie die Aufgabe «Erkläre den Wasserkreislauf» vor. Die Gruppen definieren erlaubte KI-Hilfe, verbotene Abkürzung, notwendige Quellenprüfung und einen Satz zur Kennzeichnung. Vergleichen Sie die Regel mit dem Lernziel.
Das liegt danach vorEine auf die Aufgabe bezogene Regel; «KI erlaubt/verboten» allein reicht nicht - 06
Rückblick
10 Min.Die anonymen Glaubwürdigkeitssätze werden erneut verteilt. Jede Person markiert ein unbrauchbares Kriterium und ergänzt einen prüfbaren Schritt.
Das liegt danach vorZum Beispiel wird «klingt professionell» durch «Behauptung in einer geeigneten Quelle nachschlagen» ersetzt
3-Minuten-Prüfung
«Eine KI-Antwort nennt ‹die Universität Bern, Studie 2025›, aber keinen Link und keine Autorenschaft. Was tut ihr als Nächstes? Schreibt die drei Prüfschritte in Reihenfolge.»
Nächster Lehrschritt nach den Antworten
Wenn «nochmals die KI fragen» als einzige Prüfung erscheint, modellieren Sie die Suche nach der Originalquelle. Wer Quelle, Fundstelle und Übereinstimmung prüft, vergleicht danach zwei Ausgaben auf gleiche Behauptung bei unterschiedlicher Formulierung.
Hilfen und Vertiefung
- KI-Ausgabe mit bereits markierten Behauptungssätzen anbieten.
- Quellenpool mit klar unterschiedlichen Rollen bereitstellen: Primärquelle, Erklärung, Werbung.
- Vertiefung: gleiche Frage mit verändertem Kontext stellen und Unterschiede in der Ausgabe begründen.
Neuer Fall
Eine neue KI-Ausgabe zu einem schulischen Sachthema prüfen und einen transparenten Nutzungshinweis für das Lernprodukt verfassen.
Im Lernjournal festhalten
KI-Prüfprotokoll mit Quellen, Unsicherheit und Eigenanteil
Keine Namen, Arbeiten oder persönlichen Daten von Lernenden in öffentliche KI-Dienste eingeben. Toolzugang, Schulregeln und aktuelle Produktbedingungen vor dem Einsatz neu prüfen.
Medien und Gesundheit
Zusammenhänge sorgfältig prüfen und kleine Veränderungen planen

Wie lässt sich ein Zusammenhang zwischen Mediennutzung und Wohlbefinden sorgfältig prüfen?
Fachlicher Klärpunkt
S. 81-88 verbindet Mediennutzung mit Schlaf, Augen, Bewegung und psychischem Wohlbefinden. Damit keine vorschnelle Erklärung entsteht, legt die Klasse ein Einflussnetz statt eines einzigen Ursache-Wirkung-Pfeils und plant nur kleine, beobachtbare Veränderungen.
Vom Elternbuch zur Klassenfrage
Im Buch: «Wie gut schlafe ich selbst?» (S. 88). In der Klasse wird nicht das eigene Befinden erhoben: «Welche Einflüsse erklären die Müdigkeit im fiktiven Tagesplan, und wie könnte man einen davon vorsichtig prüfen?»
Mögliche erste Lesarten
Diese Sätze können bei der Bildbetrachtung auftauchen. Nutzen Sie sie, um Beobachtung und Deutung zu trennen; geben Sie sie nicht als Musterlösung aus.
- «Er ist wegen des Handys müde.» Das Smartphone ist ein möglicher Einfluss, nicht der im Bild bewiesene Grund.
- «Er war die ganze Nacht online.» Weder Uhrzeit noch Dauer sind sichtbar.
- «Das Handy muss aus dem Zimmer.» Das kann eine Massnahme sein, bevor sie begründet wird, fehlen aber Tagesablauf und weitere Einflüsse.
Am Ende können die Schülerinnen und Schüler
- Beobachtung, zeitlichen Zusammenhang und belegte Ursache an drei Sätzen richtig unterscheiden;
- in einem fiktiven Tagesplan mindestens vier Einflüsse und zwei Schutzfaktoren verbinden;
- eine kleine Veränderung mit Zeitraum und beobachtbarem Prüfkriterium planen.
Vor der Lektion bereitstellen
- Kapitelbild S. 80
- Ratgeber S. 81-88
- Fiktiver Tagesablauf mit Schlaf, Bewegung, Belastung, Medieninhalt und Sozialkontakten
- Einflussnetz statt einfacher Ursache-Wirkung-Pfeil
M1 · Leos Mittwoch
Leo steht um 6.30 Uhr auf, schreibt am Vormittag einen Test, trainiert wegen Regen nicht, spielt von 19.30 bis 21.00 Uhr online und liest danach bis 22.20 Uhr Gruppennachrichten. Um 22.45 Uhr schläft er ein. Am Donnerstag wirkt er in der ersten Lektion müde.
Auftrag an die Klasse
Legt ein Einflussnetz. Markiert Beobachtungen, mögliche Zusammenhänge, Schutzfaktoren und offene Informationen. Plant eine einzige Veränderung für fünf Schultage.
Hinweis für die Lehrperson
Mediennutzung ist ein möglicher Einfluss neben Schlafdauer, Testbelastung und fehlender Bewegung. Eine sinnvolle kleine Veränderung könnte die späte Gruppennutzung betreffen; eine eindeutige Ursache lässt sich aus dem Fall nicht ableiten.
90 Minuten bis zum Kapitelprodukt
90 Minuten
- 01
Sehen
8 Min.Zeigen Sie S. 80. Notieren Sie nur «sitzt am Bettrand», «Augen halb geschlossen», «Smartphone auf Nachttisch». Fordern Sie danach drei Erklärungen, von denen mindestens eine nichts mit Medien zu tun hat.
Das liegt danach vorDrei Hypothesen, etwa späte Nutzung, Krankheit und frühes Aufstehen; keine davon ist bereits belegt - 02
Vermuten
10 Min.Sortieren Sie Sätze wie «schläft sechs Stunden», «seit dem neuen Spiel später müde», «das Spiel verursacht die Müdigkeit» in Beobachtung, vermuteter Zusammenhang und Ursache behauptet.
Das liegt danach vorDrei korrekt gefüllte Spalten und eine Begründung für den Unterschied der letzten beiden - 03
Im Buch prüfen
18 Min.Vier Gruppen lesen je einen Abschnitt zu Schlaf, Augen, Bewegung oder psychischem Wohlbefinden auf S. 81-88. Jede bringt zwei Einflusskarten und eine vorsichtige Formulierung ins Plenum.
Das liegt danach vorEin Netz aus vier Bereichen; Aussagen sind als Einfluss oder Schutzfaktor beschriftet - 04
Fall abwägen
20 Min.Im fiktiven Plan markieren die Lernenden Schlafdauer, Schulstress, Bewegung, Gruppennachrichten, Gaming und Pausen. Sie ziehen nur Pfeile, die sie in einem Satz erklären können.
Das liegt danach vorEin Einflussnetz mit mindestens zwei möglichen Erklärungspfaden und einer offenen Stelle - 05
Ergebnis erstellen
24 Min.Wählen Sie für den Fall genau eine Veränderung für fünf Schultage, etwa Gruppennachrichten stumm ab 21 Uhr. Definieren Sie vorab, woran eine Veränderung beobachtet würde und was unverändert bleibt.
Das liegt danach vorFünf-Tage-Plan mit einer Massnahme, einem Beobachtungskriterium und einer Grenze - 06
Rückblick
10 Min.Die Klasse vervollständigt drei Sätze zum Fall: «Wir beobachten ...», «Das könnte zusammenhängen mit ...», «Nicht behaupten können wir ...».
Das liegt danach vorDrei fachlich verschieden starke Aussagen zum selben Fall
3-Minuten-Prüfung
«Seit drei Tagen schläft Leo später ein; seit drei Tagen spielt er auch ein neues Spiel. Formuliert eine zulässige Beobachtung, eine Hypothese und eine unzulässige Schlussfolgerung.»
Nächster Lehrschritt nach den Antworten
Wer die beiden Ereignisse direkt als Ursache und Wirkung verbindet, ergänzt mindestens eine alternative Erklärung und einen Prüfweg. Wer sauber trennt, prüft, ob das gewählte Kriterium tatsächlich beobachtbar ist und nicht nur «fühlt sich besser» lautet.
Hilfen und Vertiefung
- Tagesablauf als Zeitleiste mit Piktogrammen anbieten.
- Wortbank: Beobachtung, Zusammenhang, Einflussfaktor, Schutzfaktor, Ursache.
- Vertiefung: Eine Gesundheitsbehauptung aus einem Medienbeitrag auf Belegart und Einschränkungen prüfen.
Neuer Fall
Einen neuen Fall mit Konzentrationsproblemen analysieren, in dem auch Stress, Schlaf und Arbeitsorganisation eine Rolle spielen.
Im Lernjournal festhalten
Einflussnetz und überprüfbarer Veränderungsplan für einen fiktiven Fall
Keine Gesundheitsdiagnosen aus Medienverhalten ableiten. Persönliche Beschwerden gehören in ein vertrauliches Gespräch und bei Bedarf zu zuständigen Fachpersonen.
Medienerziehung in der Familie
Regeln begründen, gemeinsam aushandeln und wieder überprüfen

Woran erkennen wir eine Medienregel, die verständlich, fair und veränderbar ist?
Fachlicher Klärpunkt
S. 91-99 stellt begründete, altersangepasste und gemeinsam überprüfte Regeln einer blossen Kontrolle gegenüber. Im Unterricht wird keine Familie bewertet. Die Lernenden bearbeiten einen erfundenen Fall und testen jede Regel auf Zweck, Fairness, Klarheit, Ausnahme, Folge und Revision.
Vom Elternbuch zur Klassenfrage
Im Buch: «Welche Medienregeln gelten in unserer Familie wirklich konsequent?» (S. 99). In der Klasse: «Wie muss eine Regel formuliert sein, damit alle wissen, wozu sie dient, wann sie gilt und wann sie überprüft wird?»
Mögliche erste Lesarten
Diese Sätze können bei der Bildbetrachtung auftauchen. Nutzen Sie sie, um Beobachtung und Deutung zu trennen; geben Sie sie nicht als Musterlösung aus.
- «Die Eltern erklären den Kindern die Regeln.» Aus Blickrichtung und Sitzordnung ist keine Gesprächsführung abzulesen.
- «Alle müssen das Handy abgeben.» Das Gerät in der Mitte kann vieles bedeuten; eine Regel ist nicht sichtbar.
- «Eine faire Regel gilt für alle gleich.» Unterschiedliche Rollen und Bedürfnisse können sachlich begründete Unterschiede verlangen.
Am Ende können die Schülerinnen und Schüler
- den Schutz- oder Lernzweck einer Regel vor ihrer Formulierung nennen;
- Bedürfnis und Verantwortung von mindestens zwei Rollen in die Abwägung aufnehmen;
- eine Regel mit Geltungsbereich, begründeter Ausnahme, Folge und Revisionsdatum schreiben.
Vor der Lektion bereitstellen
- Kapitelbild S. 90
- Ratgeber S. 91-99
- Fiktiver Familienfall mit widersprüchlichen Interessen
- Regeltest: Zweck, Fairness, Klarheit, Ausnahme, Folge, Überprüfung
M1 · Klassenchat und Nachtruhe
Mina, 13, braucht den Klassenchat gelegentlich bis 21.30 Uhr für Gruppenaufträge. Ihr Bruder Elia, 10, fordert dieselbe Zeit für Spielchats. Die Eltern möchten ab 21.00 Uhr Ruhe und müssen selbst für den Bereitschaftsdienst erreichbar bleiben.
Auftrag an die Klasse
Notiert für jede Rolle Bedürfnis, Verantwortung und Grenze. Formuliert danach eine Vereinbarung mit Zweck, Geltung, Ausnahme, Folge und Datum der Überprüfung.
Hinweis für die Lehrperson
Fair bedeutet hier nicht zwingend identische Zeiten. Schulauftrag, Alter, Erreichbarkeit der Erwachsenen und Nachtruhe können unterschiedliche Regeln begründen. Die Ausnahme muss eng beschrieben und später überprüft werden.
90 Minuten bis zum Kapitelprodukt
90 Minuten
- 01
Sehen
8 Min.Zeigen Sie S. 90 und sammeln Sie Sitzordnung, Blickrichtungen, Hände und Gegenstände. Geben Sie den Figuren erst danach mögliche Sätze; jeder Satz wird als erfundene Rolle markiert.
Das liegt danach vorVier Rollensätze, die als Hypothesen und nicht als Bildbefund gekennzeichnet sind - 02
Vermuten
10 Min.Vergleichen Sie «Handys sind verboten», «Nach 21 Uhr keine Nachrichten» und «Bei Gruppenarbeiten darf der Klassenchat bis 21.30 Uhr genutzt werden». Die Lernenden begründen spontan, welche präziser und welche fairer wirkt.
Das liegt danach vorErste Urteile mit markierten Wörtern, die Geltung oder Ausnahme konkretisieren - 03
Im Buch prüfen
18 Min.Auf S. 91-99 suchen die Gruppen Belege für Zweck, Beteiligung, Vorbild, Konsequenz und Überprüfung. Daraus entsteht der sechs Punkte umfassende Regeltest.
Das liegt danach vorSechs Prüffragen mit mindestens drei Seitenverweisen - 04
Fall abwägen
20 Min.Bearbeiten Sie den Fall: 13-Jährige braucht den Klassenchat für Hausaufgaben, jüngeres Geschwister möchte dieselbe Erlaubnis, Eltern wollen nachts Ruhe. Jede Rolle notiert Bedürfnis, Verantwortung und Grenze.
Das liegt danach vorDrei Perspektiven, bei denen keine Rolle nur als Gegnerin der anderen dargestellt wird - 05
Ergebnis erstellen
24 Min.Die Gruppen schreiben eine Vereinbarung für genau diesen Fall. Eine Partnergruppe setzt sechs Haken oder Rückfragen aus dem Regeltest. Danach wird nur an den beanstandeten Stellen überarbeitet.
Das liegt danach vorVersion 1, sechs Prüfeinträge und eine nachvollziehbar veränderte Version 2 - 06
Rückblick
10 Min.Jede Person wählt aus dem Regeltest den Punkt, ohne den die Vereinbarung zuerst scheitern würde, und begründet die Wahl am Familienfall.
Das liegt danach vorEin priorisiertes Merkmal mit konkretem Bezug zu Klassenchat, Ruhezeit oder Altersunterschied
3-Minuten-Prüfung
«Prüft die Regel ‹Nach 20 Uhr kein Handy›: Welches Problem soll sie lösen? Für wen gilt sie? Welche begründete Ausnahme fehlt? Wann wird sie überprüft?»
Nächster Lehrschritt nach den Antworten
Wenn die Klasse nur strengere Uhrzeiten diskutiert, führen Sie zum Zweck zurück. Wenn Zweck, Ausnahme und Revision vorhanden sind, prüfen die Lernenden zusätzlich, wer die Regel beschlossen hat und welche Verantwortung Erwachsene übernehmen.
Hilfen und Vertiefung
- Regeltest als Checkliste mit Beispielen bereitstellen.
- Perspektivenkarten mit Bedürfnis und Verantwortung nutzen.
- Vertiefung: Regel für ein jüngeres und ein älteres Kind anpassen und Unterschiede begründen.
Neuer Fall
Eine Medienvereinbarung für eine fiktive Klassenreise entwickeln, in der Erreichbarkeit, Fotos, Schlaf und Notfälle zusammenkommen.
Im Lernjournal festhalten
Geprüfte Medienvereinbarung mit begründeter Revision
Familienregeln nicht öffentlich bewerten. Persönliche Beispiele bleiben freiwillig; die Leistung zeigt sich an der Qualität des fiktiven Regelentwurfs.
Schule und digitale Medien
Lernzweck, Werkzeug und Verantwortung aufeinander abstimmen

Wann verbessert ein digitales Werkzeug die Lernhandlung, und wann erhöht es nur den Aufwand?
Fachlicher Klärpunkt
S. 102-110 beschreibt Geräte, Regeln, KI und Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus. Der Kapitelkommentar verschiebt den Blick vom Produktnamen zum Unterricht: Zuerst stehen Lernziel und Lernhandlung, danach Nachweis, Zugang, Daten, Support und eine einfachere Alternative.
Vom Elternbuch zur Klassenfrage
Im Buch: «Was wünsche ich mir von der Schule in Sachen Medienerziehung?» (S. 110). In der Klasse: «Welche Lernhandlung rechtfertigt hier ein digitales Werkzeug, und wer trägt wofür Verantwortung?»
Mögliche erste Lesarten
Diese Sätze können bei der Bildbetrachtung auftauchen. Nutzen Sie sie, um Beobachtung und Deutung zu trennen; geben Sie sie nicht als Musterlösung aus.
- «Die Person am Tablet lernt digital.» Sichtbar ist nur die Gerätenutzung; Aufgabe und Denken bleiben unbekannt.
- «Mit Tablet ist der Unterricht moderner.» Modernität ist kein Lernziel und kein Qualitätskriterium.
- «Die Lehrperson kontrolliert vorne.» Die Position im Raum sagt wenig über Auftrag, Unterstützung oder Verantwortung.
Am Ende können die Schülerinnen und Schüler
- für ein Unterrichtsszenario Lernziel, Tätigkeit der Lernenden und erwartetes Ergebnis getrennt benennen;
- digitales und einfacheres Werkzeug am identischen Lernziel vergleichen;
- eine Empfehlung mit Einsatzbedingung, Grenze, Zuständigkeit und Zeitpunkt der Überprüfung verfassen.
Vor der Lektion bereitstellen
- Kapitelbild S. 102
- Ratgeber S. 102-110
- Drei fiktive Unterrichtsszenarien mit gleichem Thema, aber unterschiedlichen Werkzeugen
- Prüfraster Lernziel, Lernhandlung, Nachweis, Zugang, Daten, Alternative
M1 · Drei Wege zum selben Sachthema
Thema Wasserverbrauch. A: Quiz-App mit sofortiger Richtig-Falsch-Anzeige. B: Gruppen produzieren ein zweiminütiges Erklärvideo mit Quellenliste. C: Gruppen ordnen auf Papier Verbrauchsbeispiele und begründen ihre Reihenfolge.
Auftrag an die Klasse
Bestimmt für jedes Szenario Lernhandlung, sichtbares Ergebnis, Zugangshürde und Datenfrage. Entscheidet, für welches Lernziel welches Werkzeug passt.
Hinweis für die Lehrperson
A eignet sich eher zum Abrufen klarer Fakten, B zum Erklären und Gestalten, C zum Vergleichen und Begründen. Keine Form ist an sich überlegen; entscheidend sind Lernziel, Nachweis, verfügbare Zeit und Zugänglichkeit.
90 Minuten bis zum Kapitelprodukt
90 Minuten
- 01
Sehen
8 Min.Zeigen Sie S. 102. Sammeln Sie «schreibt», «blickt zur Tafel», «berührt Tablet». Fragen Sie bei «recherchiert» oder «lernt» sofort: «Woran siehst du das?»
Das liegt danach vorZwei Spalten; Gerätehandlungen und vermutete Lernhandlungen sind nicht vermischt - 02
Vermuten
10 Min.Schreiben Sie «Digitaler Unterricht ist moderner und deshalb besser» an. Die Lernenden streichen «moderner» und ersetzen es durch Fragen zu Lernziel, Tätigkeit und Ergebnis.
Das liegt danach vorMindestens drei prüfbare Fragen anstelle des Wertworts «moderner» - 03
Im Buch prüfen
18 Min.Auf S. 102-110 markieren vier Gruppen Aufgaben von Lernenden, Lehrperson, Schule und Elternhaus. Doppelte oder strittige Zuständigkeiten werden in die Mitte der Matrix gelegt.
Das liegt danach vorEine Verantwortungsmatrix mit Seitenangaben und mindestens einer bewusst geteilten Aufgabe - 04
Fall abwägen
20 Min.Vergleichen Sie drei Szenarien zum selben Sachthema: Quiz-App, gemeinsames Erklärvideo, Papier-Sortieraufgabe. Jede Gruppe notiert Lernhandlung, sichtbares Ergebnis, Zugangshürde und Datenfrage.
Das liegt danach vorDrei Szenarien am selben Raster; das digitale Werkzeug gewinnt nicht automatisch - 05
Ergebnis erstellen
24 Min.Die Gruppen wählen ein Szenario und schreiben eine Empfehlung an den fiktiven Elternrat: Lernziel, konkreter Einsatz, einfachere Alternative, Daten- oder Zugangsgrenze, zuständige Stelle und Prüftermin.
Das liegt danach vorEine Seite, auf der alle sechs Angaben auffindbar und auf das gewählte Szenario bezogen sind - 06
Rückblick
10 Min.Jede Gruppe beendet den Satz: «Das Werkzeug lohnt sich hier nur, wenn Lernende ...; sichtbar wird das an ...; nicht gelöst ist ...».
Das liegt danach vorEin bedingter Entscheid mit Lernhandlung, Nachweis und offener Grenze
3-Minuten-Prüfung
«Eine App korrigiert Multiple-Choice-Aufgaben sofort. Nennt das Lernziel, für das dies nützlich sein kann, und eines, für das die Funktion nicht genügt.»
Nächster Lehrschritt nach den Antworten
Wenn Antworten nur «schnelles Feedback» nennen, fragen Sie: «Was sollen Lernende danach anders können?» Wer Funktion und Lernziel verbindet, prüft im nächsten Schritt Zugang, Datenschutz, Support und die papierbasierte Alternative.
Hilfen und Vertiefung
- Szenarien mit einheitlichem Raster und Symbolen für Ziel, Handlung und Nachweis anbieten.
- Empfehlung wahlweise als Text, Audio-Statement mit Skript oder kommentiertes Ablaufdiagramm erstellen.
- Vertiefung: Dieselbe Unterrichtsidee für unterschiedliche technische Ausstattung planen.
Neuer Fall
Eine aktuelle digitale Unterrichtsidee der Schule mit dem Raster prüfen. Produkt- und Datenschutzangaben werden vorab von der Lehrperson autorisiert und aktualisiert.
Im Lernjournal festhalten
Begründete Einsatzempfehlung mit analoger oder einfacherer Alternative
Keine Freigabeentscheidung allein auf den Ratgeber stützen. Aktuelle Schulregeln, Verträge, Datenflüsse und Zuständigkeiten bleiben massgeblich.
Lernnachweise und Beurteilung
Ein Raster für zehn Kapitelprodukte
Geben Sie mit denselben fünf Kriterien Rückmeldung auf jeden Lernjournal-Eintrag. Persönliche Medienzeiten oder Familienregeln sind keine Beurteilungskriterien.
- 01
Sachlich unterscheiden
Beobachtung, Vermutung, Werturteil und gesicherten Befund nicht vermischen.
- 02
Belege verwenden
Eine Aussage mit Ratgeberstelle, geprüfter Quelle oder sichtbarem Falldetail begründen.
- 03
Perspektiven abwägen
Mindestens zwei betroffene Rollen und einen Zielkonflikt berücksichtigen.
- 04
Handlung ableiten
Eine proportionale, konkrete und überprüfbare nächste Handlung formulieren.
- 05
Grenzen benennen
Offene Informationen, Aktualitätsgrenzen oder nicht belegte Wirkungsannahmen sichtbar machen.
Beobachtung und Urteil sind noch vermischt oder der Beleg fehlt.
Der Eintrag unterscheidet, belegt, wägt ab und leitet eine passende Handlung ab.
Der Eintrag prüft zusätzlich Gegenargumente, Unsicherheit und Nebenwirkungen.
Arbeitsunterlage für Lernende
Eine Seite pro Kapitel, ein roter Faden für die ganze Reihe
Die Lernenden halten Beobachtung, Vermutung, Buchbeleg, Fallurteil und Rückblick direkt im Lernjournal fest. Private Konten, Chats oder Nutzungszeiten gehören nicht hinein.
Vier Arbeitsroutinen im Lernjournal
Die vier Routinen kehren in jedem Kapitel wieder. Dadurch wissen die Lernenden, was sie eintragen und worauf sie beim Überarbeiten achten.
Bild-Lupe
- Ich sehe ...
- Ich vermute ...
- Dieses Detail stützt meine Vermutung ...
- Ich frage mich ...
Fall-Prüfung
- Gesicherte Informationen
- Fehlende Informationen
- Betroffene Perspektiven
- Chance und Risiko
- Begründete nächste Handlung
Denkbewegung
- Zuerst dachte ich ...
- Jetzt denke ich ...
- Verändert hat sich meine Sicht durch ...
- Offen bleibt ...
Ergebnis-Check
- Unterscheidet der Beitrag sauber?
- Nennt er einen Beleg?
- Wägt er Perspektiven ab?
- Leitet er eine Handlung ab?
- Benennt er eine Grenze?
Medienbildung braucht einen sicheren Lernraum
- 01
Persönliche Erfahrungen sind freiwillig. Fiktive Fälle, anonyme Karten und vorbereitete Screens ersetzen private Offenlegungen.
- 02
Private Konten, Chats, Suchverläufe, Bildschirmzeiten und Namen werden weder projiziert noch als Leistungsnachweis gesammelt.
- 03
Cybermobbing, psychische Belastung und aktuelle Konflikte werden nicht im Plenum aufgearbeitet. Es gilt der Schutz- und Interventionsweg der Schule.
- 04
Persönliches Medienverhalten wird nicht benotet. Beurteilt werden Analyse, Begründung, Perspektivenwechsel und Transfer.
- 05
Recht, Plattformbedingungen, KI-Werkzeuge und Anlaufstellen können sich ändern. Vor dem Einsatz wird die aktuelle offizielle Information geprüft.
Für Vorbereitung und Unterricht
Kommentar für Lehrpersonen, Lernjournal für die Klasse
Die PDF enthält alle zehn Unterrichtsplanungen. Die Word-Datei führt Lernende durch dieselben Schritte und bleibt vollständig editierbar.
PDF in A4 · Word-Datei in A4, editierbar und druckbar
PDF öffnenDas Buch zum Kommentar
Im Ratgeber lesen, markieren und belegen
Die Unterrichtsvorschläge führen immer wieder zu einer konkreten Buchstelle. Wenn die Lernenden die gedruckte Ausgabe vor sich haben, können sie Passagen selbst erschliessen, Schlüsselstellen markieren und ihre Ergebnisse mit Seitenzahlen belegen. Ideal ist ein Exemplar pro Zweiergruppe. Für die Anschaffung im Schweizer Buchhandel können Sie den Ratgeber bei Ex Libris oder Buchhaus Stocker bestellen.
Bei Buchhaus Stocker zeigt die Produktseite den aktuellen Filialbestand. Wenn Sie das Buch in Luzern vor Ort kaufen möchten, prüfen Sie den Bestand kurz vor dem Besuch.

Ratgeber
Aufwachsen im digitalen Zeitalter
Ein Ratgeber für Eltern und Lehrpersonen zum kompetenten Umgang mit digitalen Medien- Autor
- Lukas Jud
- Ausgabe
- Paperback, 138 Seiten
- ISBN
- 978-3-69637-809-7
Social Media verstehen und begleiten
Feeds als ausgewählte Wirklichkeit lesen
Wer entscheidet, was in einem Feed sichtbar wird, und welche Folgen hat diese Auswahl?
Fachlicher Klärpunkt
Der Feed ist keine neutrale Liste. S. 31-36 beschreibt eine Auswahl, die durch Beiträge, Reaktionen, Nutzersignale und Plattformziele entsteht. Die Sequenz bleibt an einem fiktiven Papierfeed, damit nicht private Konten, sondern das Auswahlprinzip untersucht wird.
Vom Elternbuch zur Klassenfrage
Im Buch: «Welche positiven Erfahrungen macht mein Kind auf Social Media, von denen ich vielleicht zu wenig weiss?» (S. 38). In der Klasse: «Was ermöglicht ein Feed, was blendet er aus und wer beeinflusst seine Auswahl?»
Mögliche erste Lesarten
Diese Sätze können bei der Bildbetrachtung auftauchen. Nutzen Sie sie, um Beobachtung und Deutung zu trennen; geben Sie sie nicht als Musterlösung aus.
Am Ende können die Schülerinnen und Schüler
Vor der Lektion bereitstellen
M1 · Ein Feed entsteht
1. Kim sieht ein Fussballvideo bis zum Ende. 2. Kim sendet es einem Freund. 3. Der nächste Clip zeigt ein ähnliches Training. 4. Danach erscheint Werbung für Fussballschuhe. 5. Kim überspringt die Werbung nach zwei Sekunden.
Auftrag an die Klasse
Markiert bei jedem Schritt: Beitrag, Handlung, Datensignal, Auswahl oder Geschäftsinteresse. Zeichnet Pfeile und notiert, welche Aussage über Kim trotzdem unzulässig wäre.
Hinweis für die Lehrperson
Das vollständige Ansehen, Weiterleiten und Überspringen sind Signale. Ähnliche Anzeige und Werbung sind Auswahlentscheidungen. Unzulässig wäre etwa «Kim liebt Fussball» oder «Kim möchte Schuhe kaufen» als gesicherten Befund zu behandeln.
90 Minuten bis zum Kapitelprodukt
90 Minuten
Sehen
8 Min.Zeigen Sie S. 30 ohne Überschrift. Kreisen Sie am Tafelbild das ein, was tatsächlich sichtbar ist. Unterstreichen Sie Aussagen zu Beliebtheit, Absicht oder Gefühl gestrichelt als Vermutung.
Vermuten
10 Min.Jede Person beendet anonym den Satz «Dieser Beitrag könnte in meinem Feed auftauchen, weil ...». Sortieren Sie die Karten nach Signalen der Person, Entscheidungen der Plattform und bezahlter Platzierung.
Im Buch prüfen
18 Min.Geben Sie die fünf Modellkarten ungeordnet aus. Die Gruppen bringen sie mit S. 31-36 in eine plausible Schleife und schreiben an zwei Pfeile, welches Signal weitergegeben wird.
Fall abwägen
20 Min.Legen Sie einen fiktiven Fitnessbeitrag vor. Drei Rollen ergänzen je «Ich möchte ...» und «Ich lasse dabei ... weg»: postende Person, betrachtende Person, Plattform.
Ergebnis erstellen
24 Min.Die Klasse verdichtet ihre Analyse zu fünf Fragen. Verbindlich sind «Was fehlt ausserhalb des Ausschnitts?» und «Welches Ziel könnte die Plattform mit der Anzeige verfolgen?». Testen Sie den Decoder an einer zweiten Karte.
Rückblick
10 Min.Die Lernenden kehren zu ihrem anonymen Anfangssatz zurück und schreiben darunter: «Präziser wäre ...». Änderungen am Kreislauf werden in einer zweiten Farbe eingetragen.
3-Minuten-Prüfung
Nächster Lehrschritt nach den Antworten
Wenn Antworten «Der Algorithmus kennt mich» lauten, verlangen Sie die konkreten Signale und ersetzen «kennen» durch «auswählen aufgrund von ...». Wer die Grenze des Modells nennt, untersucht zusätzlich das Geschäftsinteresse hinter einer bezahlten Empfehlung.
Hilfen und Vertiefung
Neuer Fall
Einen neuen fiktiven Feed beurteilen und drei gezielte Handlungen vorschlagen, ohne ein echtes Lernendenkonto zu öffnen.
Im Lernjournal festhalten
Feed-Decoder mit einer vollständigen Beispielanalyse
Keine privaten Profile, Nachrichten oder Suchverläufe zeigen lassen. Alle Beispiele stammen aus vorbereitetem Material.